Yves Vettese
Italien

Fotografie eines lächelnden Mannes mit Brille, Bart und grau-braunen Haaren, trägt eine dunkelblaue, gemusterte Hemd, vor einem unscharfen, dunklen Hintergrund.

1. Wie heißt du?*
Yves Vettese
2. Wie alt bist du?*
48
3. Aus welchem Land kommst du?*
Italien
4. Wie lange lebst du schon in Deutschland?*
Seit schon 19 Jahren!
5. Welche Ausbildung oder welches Studium hast du in deinem Heimatland abgeschlossen (Schule, Berufsausbildung, Universität)?*
In Italien habe ich ein technisches Abitur absolviert. Mein studium habe ich später in Deutschland abgeschlossen.
6. Hast du in Deutschland weitergelernt? Wenn ja – wo und in welchem Bereich?*
Auf jeden Fall! Ich habe ein Germanistik im Kulturvergelich und Philosophie in Heidelberg studiert. Während meines Studium habe ich als Saalordner in der Heidelberger Stadthalle gejobbt.
7. Was hast du in deinem Heimatland beruflich gemacht?*
In Italien war ich nie berufstätig. Dort war ich nur Schüler und einige Jahre Student. Aber mein Studium in Italien habe ich abgebrochen und bin nach Heidelberg gezogen.
8. Was machst du heute beruflich in Deutschland?*
Ich bin Dozent für Deutsch als Zweitsprache. Lustig, ja! : ) Und obwohl ich Deutschlehrer bin, lerne ich Deutsch immer weiter. Deutsch ist wie ein unendlicher Fluss: selbst Muttersprachler „lernen“ es ihr ganzes Leben lang weiter. Neue Wörter, Redewendungen, Bedeutungsnuancen und Grammatikfeinheiten tauchen ständig auf. Der Trick ist, den Gedanken „Ich bin noch nicht fertig“ in „Ich bin immer in Bewegung“ zu verwandeln. So wird es weniger zu einem „nie endenden Bergsteigen“ und mehr zu einer langen, spannenden Reise, bei der man immer wieder neue Schätze entdeckt. Und dies verhält sich genauso mit jeder Sprache. Nicht weil viele denken, dass das Deutsche eine besonders schwierige Sprache ist.
9.  Was war für dich das Schwierigste beim Umzug und bei der Eingewöhnung?
Natürlich die Kommunnikation, sich äußern zu können, wie man in der Muttersprache möchte.
10.  Was hat dir geholfen, weiterzumachen und deinen Weg zu gehen?
Wie ich bereits gesagt habe, der Gedanken, dass das Lernen ein Prozess ist, der nur mit dem eigenen Tod zu Ende geht..und wer weiß...einige Religionen gehen davon aus, dass dieses nie aufhört.
11.  Was ist momentan das größte Hindernis für deine Zukunft?
Ich würde sagen, die Hindernisse, die ich mir selbst in den Weg stelle.
12.  Was macht dich glücklich?
Eigentlich ganz einfache Dinge: z.B. mit meiner Famile Zeit verbringen, lesen, schreiben, Musik hören, Gitarre spielen, ein gutes Essen mit einem Glas oder zwei Gläser Wein.
13.  Wofür bist du in Deutschland dankbar?
Dafür, dass es mir viele Möglichkeiten geben hat und noch gibt. Und nicht nur mir, sondern jetzt meiner Tochter auch, die hierzulande geboren wurde und hier aufwächst. Ich glaube, dass es nicht selbstverständlich ist. Und vor allem gibt mir Deutschland die Sicherheit für meine Existenz.
14.   Möchtest du noch etwas Persönliches mitteilen oder Gedanken mit dem Projekt teilen?
Für viele Zuwanderer ist es eine große Chance, ihre persönliche Geschichte zu erzählen. Das stärkt nicht nur das Selbstbewusstsein, sondern gibt auch anderen Mut, die vielleicht ähnliche Herausforderungen haben.